Dienstag, 13. Oktober 2026

Ernährung - wie nun? Vegan, Vegetarisch oder Fleisch

 

Ernährung - wie nun? Vegan, Vegetarisch oder Fleisch 

Ich befürworte eine stark pflanzenbasierte Ernährung, ich sehe die moderne vegane und Bewegung äußert differenziert und teils kritisch. Dies resultiert vor allem aus der yogischen Philosophie, der Beschaffenheit des menschlichen Körpers und ökologischen Zusammenhängen.

Ich warne nachdrücklich davor, Ernährung zu einer Religion, Moralfrage oder starren Philosophie zu machen. Ich rate Menschen, sich nicht als „Veganer“ oder „Vegetarier“ zu identifizieren. Essen ist eine praktische Notwendigkeit für den Körper. Jeder soll stattdessen experimentieren und auf den eigenen Körper hören, um herauszufinden, welche Lebensmittel ihm die meiste Energie, Agilität und geistige Klarheit schenken.

Die indigenen Völker essen seit Jahrtausenden Fleisch, die Winter mancher Regionen können ohne die Zunahme von Fleisch nicht überstanden werden.

Selbst Jesus war kein Vegetarier/Veganer.

Laut dem Neuen Testament der Bibel hat Jesus Fisch und Fleisch gegessen

Fisch: Die Evangelien berichten mehrfach, dass Jesus Fisch gegessen hat – unter anderem nach seiner Auferstehung (Lukas 24,42–43), und er vermehrte auch Fisch und Brot für die Menschen (Matthäus 14,17–21).

Lamm: Als gläubiger Jude nahm Jesus am traditionellen Paschamahl teil, bei dem das Pessachlamm verzehrt wurde (Lukas 22,8–15).

Speisegebote: Das Neue Testament enthält kein Verbot von Fleisch. Jesus erklärte in Markus 7,15, dass nicht die Nahrung den Menschen unrein macht, sondern was aus dem Herzen kommt

Ghandi war kein Veganer, er hat in Zeiten seiner Krankheit Ziegenmilch konsumiert. In den frühen Jahren Kuhmilch, er hat sich selbst als Vegetarier bezeichnet, nicht aber als Veganer.

Ich sehe die radikale vegane Forderung, die Domestizierung von Kühen komplett zu beenden und keine Milchprodukte mehr zu konsumieren als kurzsichtig und ökologisch problematisch an. Traktoren können den Boden nicht mit organischem Material anreichern. Kühe und Ochsen sind im traditionellen, nachhaltigen Kreislauf essenziell, da ihr Dung den Boden nährt. Milch ist historisch gesehen nur ein Nebenprodukt dieses Systems.

Ich teile das biologische Grundprinzip einer pflanzlichen Ernährung. Das menschliche Verdauungssystem (die Länge des Magen-Darm-Traktes) ist biologisch für pflanzliche Kost ausgelegt. Fleisch verbleibt viel zu lange im Körper und erzeugt Trägheit. Je komplexer das Lebewesen (z. B. Säugetiere) ist, desto schwerer fällt es dem menschlichen System, diesen genetischen Code aufzubrechen. Pflanzen besitzen eine einfache Struktur und lassen sich rückstandslos verarbeiten. Den Vorwurf, eine rein pflanzliche Ernährung liefere nicht genug Proteine, weise ich zurück, ich verweise auf pflanzliche Kraftpakete sowie darauf das die stärksten Tiere der Welt Pflanzenfresser sind.

Ein häufiger Streitpunkt zwischen mir und der veganen Community die Aussage über das Bewusstsein von Pflanzen. Ich betone, dass wissenschaftlich bewiesen ist, dass Pflanzen ebenfalls sensitiv sind (ein Bewusstsein haben) und auf Bedrohungen reagieren (z. B. durch das Aussenden von Warnsignalen an Nachbarbäume, wenn sie gefressen werden).

Das Töten einer Pflanze ist im Grunde ebenso Grausamkeit wie das Töten eines Tieres.

Da der Mensch aber essen muss, um zu überleben, solle er dies mit Sensibilität und Dankbarkeit tun und nur das konsumieren, was unbedingt notwendig ist, statt moralische Überlegenheit zu beanspruchen.

Viele vermeintlich vegane Lebensmittel enthalten unbemerkte tierische Inhaltsstoffe oder wurden mit tierischen Hilfsstoffen hergestellt.

Wein, Säfte und Bier: Diese Getränke werden oft während der Klärung mit tierischen Mitteln wie Gelatine (aus Knochen), Hausenblase (Fischblase), Kasein (Milcheiweiß) oder Hühnereiweiß gefiltert. Deutsches Bier ist durch das Reinheitsgebot meist vegan, aber nicht garantiert; unfiltrierte Säfte oder Weine sind oft kritisch.

Bestimmtes Obst (Äpfel, Zitrusfrüchte), die Schale ist oft mit Bienenwachs (E901) oder Schellack (E904) (aus Läusen) behandelt, damit sie glänzt.

Bananen, viele konventionelle Bananen werden nach der Ernte mit Chitosan (einem Stoff aus Garnelen- oder Krebschalen) behandelt, um Schimmel zu verhindern.

Backwaren und Brot. In vielen industriellen Teigen steckt L-Cystein (E920) als Mehlbehandlungsmittel, das aus Schweineborsten oder Federn gewonnen wird. Herkömmliche Brezeln sind zudem oft mit Schweineschmalz bestrichen.

Rote Lebensmittel, Marmeladen und Ketchup: Die rote Farbe stammt oft von Karmin (E120 / Cochenille) – einem Farbstoff, der aus zerdrückten Schildläusen gewonnen wird.

Chips und Snacks, die Gewürzmischungen oder Aromen enthalten oft verstecktes Süßmolkepulver, Milchzucker oder tierische Fette (beispielsweise bei manchen Paprika-Chips).

Gemüsebrühe und Suppenfertigprodukte, diese enthalten oft verdeckt Hühnereiweiß, Milchpulver oder Rinderfett.

Die Bibel verbietet den Verzehr von Fleisch und Fisch grundsätzlich nicht, regelt ihn im Verlauf der Heilsgeschichte aber unterschiedlich.

Altes Testament: Schöpfung, Speisegebote und Erlaubnis

In der Schöpfungsgeschichte (Gen 1,29) ist die Ernährung ursprünglich rein pflanzlich gedacht, Siehe, ich habe euch alle Pflanzen gegeben.

Erst nach der Sintflut (Gen 9,3) erlaubt Gott dem Menschen den Fleischverzehr. Alles, was sich regt und lebt, soll euch zur Nahrung dienen, verbietet jedoch ausdrücklich das Essen des Blutes, da im Blut das Leben sitzt.

Im Gesetz des Moses (3. Mose 11; 5. Mose 14) werden strenge Regeln eingeführt. Erlaubt sind Wiederkäuer mit gespaltenen Klauen z. B. Rinder, Schafe, Ziegen sowie Wassertiere mit Flossen und Schuppen. Als unrein gelten unter anderem Schweine, Kamele, Hasen sowie Schalentiere oder Fische ohne Schuppen.

Fisch gilt im Alten Testament grundsätzlich als unproblematisch und rein, solange er Flossen und Schuppen besitzt.

Neues Testament: Jesus und das Christentum

Laut den Evangelien aß Jesus Fisch (z. B. Lk 24,42–43) und nahm als Jude am Passahmahl teil, bei dem traditionell das Osterlamm gegessen wurde.

Das Neue Testament betont, dass Speisen den Menschen nicht vor Gott verunreinigen (Mk 7,19). In Visionen, wie bei Petrus in Apostelgeschichte 10 und durch Paulus z. B. Röm 14; 1. Tim 4,4 wird klargestellt, dass alle Tiere von Gott geschaffen und rein sind.

Paulus empfiehlt in Römer 14, auf Mitmenschen Rücksicht zu nehmen. Wer aus Gewissensgründen kein Fleisch essen will, soll nicht verurteilt werden; wer Fleisch isst, soll dies mit Dankbarkeit tun. Fleischverzicht oder Vegetarismus wird in der Bibel nicht als Pflicht, aber als persönliche Gewissensentscheidung oder Ausdruck von Barmherzigkeit respektiert, wie beim Propheten Daniel, der sich in Daniel 1,8–16 pflanzlich ernährte.

In den überlieferten Keilschrifttexten der Sumerer, sowie den späteren babylonischen Rezepten, gibt es keine moralischen oder religiösen Verbote gegen den generellen Verzehr von Fleisch und Fisch. Stattdessen spiegeln die Texte eine stark hierarchische und pragmatische Sichtweise auf diese Lebensmittel wider.

1. Fleisch als Statussymbol und Götterspeise

In sumerischen Mythen und Verwaltungstexten war Fleisch ein kostbares Gut. Die fundamentale Aufgabe des Menschen bestand laut Religion darin, die Götter mit erlesenen Speisen und Opfern, darunter fettes Fleisch, zu versorgen.

Hochwertiges Fleisch von Schafen, Ziegen, Rindern sowie Enten und Gänsen war der Oberschicht, den Palästen und den Tempeln vorbehalten.

Für normale Arbeiter war Fleisch im Alltag selten. Wenn sie Fleisch aßen, handelte es sich laut neueren Knochenanalysen und Texten oft um Schweinefleisch. Schweine wurden in den Städten mit Abfällen gefüttert, weshalb ihr Fleisch als günstig und nahrhaft galt.

Ein überliefertes sumerisches Sprichwort besagt spöttisch, dass man Sklavinnen nur mageren Schinken geben solle, fettes Schweinefleisch, sei viel zu gut für sie.

2. Fisch als wichtiges Grundnahrungsmittel

Fisch aus den Flüssen Euphrat und Tigris sowie den künstlichen Kanälen war eine tragende Säule der mesopotamischen Wirtschaft. In den sumerischen Texten werden über 50 verschiedene Fischarten namentlich unterschieden.

Fisch wurde frisch, getrocknet, gesalzen oder zu einer würzigen Fischpaste verarbeitet.

Während die Könige frischen Edelfisch serviert bekamen, verkauften Straßenhändler in den Städten gegrillten oder frittierten Fisch als schnellen Snack für jedermann.

3. Medizinische und kalendarische Tabus

Obwohl es keine permanenten Speiseverbote, wie das spätere jüdische oder islamische Schweinefleischverbot gab, hielten sumerische und babylonische Texte bestimmte temporäre Tabus fest:

In sogenannten Mondkalendern oder medizinischen Texten wurde festgehalten, an welchen Tagen des Jahres bestimmte Lebensmittel unglücklich oder gesundheitsschädlich seien. An manchen Tagen hieß es beispielsweise explizit, man solle keinen Fisch und keinen Lauch essen, um den Zorn der Götter oder Krankheiten zu vermeiden.

In literarischen Texten, wie Dumuzi's Traum werden Unterweltsdämonen oft dadurch beschrieben, dass sie die menschliche Zivilisation ablehnen: Sie trinken kein reines Wasser und essen keinen Fisch und keinen Lauch.

 


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